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Sonntag, August 06, 2017

Braucht Skateboarding eigentlich Skateparks und wenn ja, welche Art von Skateparks

Ich habe mich die Tage mit einem Freund über den Sinn bzw. Unsinn und die Folgen von Skateparks für die Entwicklung von Skateboarding unterhalten.
Nicht immer waren wir da 100% einer Meinung.

In meinen Augen benötigt eine Stadt mit ausreichend Street-Spots keinen Street-Skatepark. Da es in den Straßen nur sehr sehr selten richtige Transition-Spots gibt, benötigt man für die Ansprüche der Trasintio-Skater bzw. der Allround-Skater wohl einen Skatepark. Eine Stadt, welche jedoch genug Curbs, Stufen, Rails usw. bietet, die braucht, so sehe ich es, keinen einzigen Skatepark mit Street-Bezug. Wenn ich doch Orte habe, an denen eine Skateszene aktiv leben kann, wo man sich tagtäglich treffen kann, wo man eigentlich nie alleine skatet, dann sehe ich keinen Grund für einen Street-Skatepark.

Als Beispiel fällt mir Barcelona ein. Dort braucht man doch wirklich keinen Street-Skatepark. Die einfachste und sinnvollste Lösung für solche Städte wäre es, wenn man einfach ein paar große Haupt-Spots zum Skaten frei gibt und dann keinen Skatepark, Ausnahme Transition, bauen muss. Welcher Skater in Barcelona kommt denn auf die Idee einen Skatepark zu fordern, wenn die Straßen der schönste Skatepark überhaupt sind? Ja, die haben dort auch den ein oder anderen DIY-Park. Aber diese sind oft außerhalb des Zentrums und liegen in relativ Spot-armen Regionen. Außerdem sind das keine städtischen Projekte, sonder Eigeninitiativen der lokalen Skater.

Eine Stadt wie Köln hatte einen der schönsten Skateparks überhaupt. Das ist natürlich eine subjektive Sicht, aber diese ist sicherlich nicht ganz falsch. Zu Domplatten-Zeiten kam ich niemals auf die Idee, dass wir unbedingt einen Skatepark brauchen. Die Domplatte und ihr Spot-Angebot reichten vollkommen aus. Man musste auch keine Personen anrufen, denn es war immer jemand da, bzw. es kam in den nächsten 30 Minuten jemand. Langweilig wurde es dort nie. Hatte man mal einen schlechte Tag und konnte nicht wirklich auf die Curbs springen, so konnte man dort seine Freizeit wunderbar anders verbringen.

Ein solcher Haupt-Ort und ein paar ergänzende Spots in der mit dem ÖPNV bzw. Rad erreichbaren Umgebung reichen, in meinen Augen, absolut aus und machen einen Skatepark nicht notwendig.

Jetzt hat natürlich nicht jede Stadt ein solches Spot-Angebot. Selbst Köln hat es nicht mehr. Und Köln hat immerhin die 4.größte Bevölkerungszahl in Deutschland. Jedoch ist die urbane Architektur in Köln auch ein absolutes Beispiel dafür, wie man Skate-unfreundlich baut. Andere kleinere Städte in Deutschland haben da schon mehr zu bieten. Wenn man in andere Länder geht, dann wird das noch deutlicher. In Spanien hat gefühlt jedes Dorf einen zentralen Platz und Skate-freundliche Architektur.

Oft bauen Städte auch "den größten Skatepark" der Welt, Europas, eines Landes oder von was auch immer. Brauchen wir Superlative bei Skateparks? Meiner Meinung nach muss ein Skatepark nicht groß sein. Er muss gut sein, den Ansprüchen der Nutzer entsprechen und sollte möglichst optisch ansprechend gestaltet sein. Für mich persönlich sollte ein Skatepark gar nicht als solcher zu erkennen sein. Der beste Skatepark, wenn es irgendwie möglich ist, wurde zwar als Skatepark geplant, aber selbst die Skater sehen in ihm einen Streetspot. Manche Streetspots sind so gut und so vielfältig, dass man doch glatt denken könnte, dass der Architekt die Absicht hatte einen Ort für u.a. Skater zu bauen. Wenn man sich den "Congreso" in Madrid ansieht, so ist dieser so perfekt, dass er in keinem Skatepark noch perfekter nachgebaut werden könnte.

Und genau so sollten die optimalen Skateparks sein, wobei Transition-Parks die Ausnahme bilden. Eine solche Anlage gibt es in der Stadt eher nicht "natürlich", wobei es ja auch in den Straßen immer mal wieder Natur-Transitions" gibt. Ich glaube, dass modernste Skatepark-Planer zunächst die Bedarfs-und Ausgangslage in einer Stadt checken sollten und dann die Städte in die Richtung beraten sollten, dass sie einen "stinknormalen" Platz bauen lassen, welche per Zufall mega gut zum Skaten ist. Und dort wird Skateboarding nicht nur toleriert, sondern es ist dort sogar erwünscht. Natürlich darf es dort auch Rahmenbedingungen geben und die Skater sollten ein Verantwortungsbewusstsein für ihren Ort ausprägen.

Baut man in einer kleinen Stadt 1-2 solcher Orte, dann schreit auch kein Skater mehr nach Skateparks. Größere Städte benötigen 2-3 größere Orte und ergänzend 2-3 kleinere Zusatzorte. Somit wäre das Street-Skateboarding in einer Stadt gesichert und wehr viele Skater wären glücklich.

Abschließend stelle ich noch folgende Frage: "Sind MACBA, Parallel und Sants vielleicht als unbewusste Skateparks geplant und gebaut worden und wir alle haben es nur nicht bemerkt? So perfekt kann man doch gar nicht für Skateboarding bauen und dabei Skateboarding nicht im Hinterkopf haben!"

1 Kommentar:

Nur Nosegrind hat gesagt…

Skate Street, Not Parks! Nichts ist besser und ich stimme hier 100% zu. Skandinavien macht es vor....Skaten in die Städte integrieren und nicht verbannen.